
- Die Zuhörer lauschen gespannt Hannahs und Ann-Kristins Erzählungen.
Dresden erwies sich in den Tagen vom 1.-5. Juni 2011 ohne Zweifel als offene und vielfältige Gastgeberstadt des 33. Evangelischen Kirchentages. So bunt und herzlich war auch die Stimmung beim barkadas Workshop!
Donnerstagvormittag öffneten wir die Tore unseres Veranstaltungszeltes und ein sehr reger, fast schon überwältigender Andrang Interessierter strömte in unsere philippinische Oase. Circa 90 Menschen zwischen 12 und 60 Jahren kamen, um etwas über die Lebensrealität auf den Philippinen zu erfahren.
Die Besucher wurden nun mitgenommen auf eine Reise 10.000 Kilometer gen Südosten, auf das wunderschöne Inselarchipel mit Südseeflair. Doch auf diesen idyllischen Eindruck sollte sich die Oase nicht beschränken. Gemeinsam begaben wir uns in die Welt von Rea, einem von hunderttausenden von philippinischen Straßenkindern. Der schicksalhafte Lebensweg von Straßenkindern unseres Partnerlandes sollte in den nächsten eineinhalb Stunden in Kleingruppen an drei Stationen verdeutlicht werden.
Anhand von vielfältigem Bildmaterial und typisch philippinischen Gebrauchsgegenständen illustrierte barkadas zunächst das Leben auf den Philippinen. Die zweite Station forderte ganzen Einsatz von den Teilnehmern, um ansatzweise nachfühlen zu können, wie hart das Leben und Überleben auf der Straße ist. Die Gruppen bekamen die Aufgabe auf dem umliegenden Gelände Tätigkeiten auszuüben, mit denen sich die Kinder auf der Straße etwas Geld erwirtschaften. Schuhputzer, kleine Bauchladen-Verkäufer sowie Müllsammler wurden ausgestattet und los ging`s! Teils engagiert, teils zurückhaltend nahmen sie die Arbeit im Freien auf. Anschließend berichteten die Jugendlichen von ihren Erlebnissen – manche zeigten stolz ihr verdientes Geld, andere berichteten von Scham und einem Gefühl der Erniedrigung.

- „This is the day, this is the day, that the Lord has made!“
Die letzte Station bildete ein Planspiel, bei dem der mögliche Verlauf eines Straßenkind-Daseins nachempfunden werden konnte. Jede Gruppe bekam ein Personenprofil und der Würfel oder eigene Entscheidungen – schließe ich mich der Drogengang an? gehe ich mit dem Mann mit, der mir einen Job in seiner Bar anbietet? – bestimmten den weiteren Lebensweg. Persönliche Schicksale nahmen in dem Spiel ihren Lauf und die Gruppenteilnehmer bekamen verschiedene Einblicke in die harte und oft grausame Realität eines Straßenkindes auf den Philippinen.
Informationen und Erfahrungen wurden weitergegeben, es wurde viel diskutiert und jeder nahm seine persönlichen Impressionen von dem so fernen Leben auf der Straße mit. barkadas präsentierte zum Abschluss das Bildungsprojekt „School on the Street- das rollende Klassenzimmer“ und entließ die begeisterten Workshopper mit einem fröhlichen Action-Song. Uns hat das „Projekt Kirchentag“ sehr viel Spaß gemacht, wir freuen uns über das große Interesse an unserer Arbeit und finden genau wie eine Teilnehmerin: „Der Workshop war eines der Highlights des Kirchentages!“
Categories: Allgemein
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