Von Fremdheit und Freundschaft

 | 15. Mai 2018 16:34

 „Wie ist es um meine Menschenrechte gestellt, wenn ich auf den Philippinen leben würde?“ und „Warum verlassen so viele Filipin@s ihre Familien, um im Ausland zu arbeiten?“ Diese und weitere Fragen wurden in unserem Workshop „Von Fremdheit und Freundschaft“ beantwortet. Am 10. und 11. Mai suchten Katholikentag-Teilnehmende in einer interaktiven Reise auf die Philippinen nach sozialem Frieden.

Zu Beginn des Workshops forderte David Vorurteile über die Philippinen und andere Länder mit einem Quiz heraus. Einige Fakten überraschten sogar uns barkadas-Mitglieder. Wer hätte gedacht, dass auf den Philippinen mehr Megamalls (Einkaufszentren mit einer Verkaufsfläche von über 400 Mio. Quadratmetern) stehen als in den USA oder den Vereinten Arabischen Emiraten? Hitzige und aufschlussreiche Diskussionen waren vorprogrammiert.

Im Anschluss verglichen die Teilnehmenden die Wahrung ihrer Menschenrechte mit der Situation von wohlhabenden Filipin@s sowie Filipin@s, die in Tondo leben. Tondo ist einer der am dichtesten besiedelten Slums der Welt und liegt in Manila. Hier wohnen Menschen auf engstem Raum zusammen – am Rande der Gesellschaft. Viele Bewohner leben von den Smokey Mountains, riesigen Müllkippen, in denen sie nach Wertstoffen und sogar Lebensmittel suchen. Gleichzeitig gibt es in Manila immer mehr Wohlhabende und Superreiche, die in dem hochmodernen Stadtteil Makati ein gutes Leben führen.

In der ersten Runde beantworteten die Teilnehmenden Fragen über die Einhaltung ihrer Rechte, indem sie sich im Raum für jedes Recht, das eingehalten wurde, einen Schritt nach vorne bewegten. Danach wurde eine Geschichte über wohlhabende sowie marginalisierte Filipin@s vorgelesen und die Teilnehmenden beantworteten die Fragen erneut. Die krass unterschiedlichen Ergebnisse in den beiden Runden machten nachdenklich. Menschen aus Tondo wurden in diesem Spiel im wahrsten Sinne des Wortes abgehängt. In der folgenden Diskussion kam die Frage auf, warum die Menschenrechte der Menschen in Manilas Slums fast komplett ignoriert werden, während die gleichen Rechte eine Selbstverständlichkeit für uns und für wohlhabende Filipin@s sind.

Der Dritte Teil des Workshops war ein Verteilungsspiel über „Overseas Filipino Workers“ („OFW“), also Filipin@s, die im Ausland leben und arbeiten. Insgesamt arbeiten 20% der erwerbstätigen Filipin@s im Ausland. Die Teilnehmenden beantworteten Fragen über statistische Daten zu der Bevölkerung, dem Arbeitsmarkt und „Overseas Workers“ in Deutschland und den Philippinen, indem Sie sich selbst in verschiedene Felder aufteilten. Die Fragen wurden von Lena und mir (Simon) anschließend aufgelöst. Eine Überraschung war die Tatsache, dass die meisten OFW in Nordamerika leben. In der Diskussion wurden die Folgen für die OFW, deren Familien und die philippinische Wirtschaft sowie die Gesellschaft besprochen.

Als Ausklang sangen wir gemeinsam den philippinischen Actionsong „Magkaisa“, bevor der interaktive Einblick in die Philippinen zu Ende ging.

Wir freuen riesig uns über die positive Resonanz der Teilnehmenden und darüber ein wenig philippinische Lebensrealität nach Deutschland gebracht zu haben.

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