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Das Projekt Teamwork geht mit großem Erfolg zu Ende!

 | 15. Oktober 2011 16:08

Nach über einem Jahr der Vorbereitung sind die drei gemeinsamen Wochen der philippinischen und deutschen Teilnehmer wie im Fluge vergangen. Dabei wurde die Zeit wahrlich intensiv genutzt und die gemeinsame Zusammenarbeit nachhaltig gestärkt.

Eigens für das Projekt Teamwork reisten vier philippinische junge Erwachsene nach Deutschland. Die drei gemeinsamen Wochen vom 23. September bis 13. Oktober dienten dem besser kennen lernen, dem Austausch über die verschiedenen Arbeitsfelder und Arbeitsweisen von barkadas, der gemeinsamen Fortbildung und der Entwicklung von Perspektiven für die zukünftige Zusammenarbeit.

Bis zur sprichwörtlich letzten Sekunde musste barkadas bangen, ob die vier Filipinos überhaupt ihren Flug antreten dürfen, da ihnen erst kurz vor Abflug ihre Visa ausgehändigt wurden. Die Visaanträge waren zuvor zweimal unbegründet abgelehnt worden.

Die erste Woche diente vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen, der Erkundung der Stadt Münster und dem Aufzeigen von Arbeitsfeldern der Gruppe. Nach einem bunten Willkommensabend, bei dem Superintendent Dr. Dieter Beese die Gäste im Namen des Kirchenkreises offiziell willkommen hieß, standen in den folgenden Tagen eine Fahrradtour, der Besuch des Stadt-Museums, aber auch Konfirmanden-Unterricht als Anschauung typischer barkadas-Aktionen und zahlreiche Seminare und Orientierungsaktionen an.

Ein Höhepunkt folgte am ersten Wochenende: die Köln-Fahrt. Losgelöst vom Alltag wuchs die Gruppe beim gemeinsamen interkulturellen Kochen, Diskussionen und Aktionen als eine Gruppe enger zusammen. Während in diesen Tagen vor allem das Teambuilding im Vordergrund stand, beschäftigten sich die dt. und philippinischen Teilnehmer unter fachlicher Leitung während eines Seminars im Centre for Mission and Leadership Studies der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal u.a. mit Themen wie Konfliktmanagement und Projektdurchführung.

Die letzte Woche des Teamworkprogramms galt der Planung der weiteren Zusammenarbeit. Was stellen wir uns für die Zukunft vor? Wie können wir als Gruppe am besten zusammenarbeiten? Wie sollen unsere nächsten Projekte aussehen? Diese und weitere Fragen standen im Zentrum der Diskussionen.

Nun neigte sich die gemeinsame Zeit auch schon wieder dem Ende zu. Die letzten gemeinsamen Tage konnten noch für eine große Evaluierung und der Vorstellung von Ergebnissen im Ausschuss für Mission und eine Welt genutzt werden; abends feierten alle gemeinsam eine Abschieds-Party: Mit deutschem und philippinischem Essen, philippinischem Tanz, Action Songs und Karaoke wurden die drei produktiven, lustigen und aufregenden Wochen beendet.

Die Maßnahme wurde u.a. durch die Siftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert.

Interaktives Lernen im barkadas-Workshop zum Leben auf Manilas Straßen – wahrlich ein Highlight des diesjährigen Kirchentages

 | 7. Juni 2011 11:20
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Die Zuhörer lauschen gespannt Hannahs und Ann-Kristins Erzählungen.

Dresden erwies sich in den Tagen vom 1.-5. Juni 2011 ohne Zweifel als offene und vielfältige Gastgeberstadt des 33. Evangelischen Kirchentages. So bunt und herzlich war auch die Stimmung beim barkadas Workshop!

Donnerstagvormittag öffneten wir die Tore unseres Veranstaltungszeltes und ein sehr reger, fast schon überwältigender Andrang Interessierter strömte in unsere philippinische Oase. Circa 90 Menschen zwischen 12 und 60 Jahren kamen, um etwas über die Lebensrealität auf den Philippinen zu erfahren.

Die Besucher wurden nun mitgenommen auf eine Reise 10.000 Kilometer gen Südosten, auf das wunderschöne Inselarchipel mit Südseeflair. Doch auf diesen idyllischen Eindruck sollte sich die Oase nicht beschränken. Gemeinsam begaben wir uns in die Welt von Rea, einem von hunderttausenden von philippinischen Straßenkindern. Der schicksalhafte Lebensweg von Straßenkindern unseres Partnerlandes sollte in den nächsten eineinhalb Stunden in Kleingruppen an drei Stationen verdeutlicht werden.

Anhand von vielfältigem Bildmaterial und typisch philippinischen Gebrauchsgegenständen illustrierte barkadas zunächst das Leben auf den Philippinen. Die zweite Station forderte ganzen Einsatz von den Teilnehmern, um ansatzweise nachfühlen zu können, wie hart das Leben und Überleben auf der Straße ist. Die Gruppen bekamen die Aufgabe auf dem umliegenden Gelände Tätigkeiten auszuüben, mit denen sich die Kinder auf der Straße etwas Geld erwirtschaften. Schuhputzer, kleine Bauchladen-Verkäufer sowie Müllsammler wurden ausgestattet und los ging`s! Teils engagiert, teils zurückhaltend nahmen sie die Arbeit im Freien auf. Anschließend berichteten die Jugendlichen von ihren Erlebnissen – manche zeigten stolz ihr verdientes Geld, andere berichteten von Scham und einem Gefühl der Erniedrigung.

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„This is the day, this is the day, that the Lord has made!“

Die letzte Station bildete ein Planspiel, bei dem der mögliche Verlauf eines Straßenkind-Daseins nachempfunden werden konnte. Jede Gruppe bekam ein Personenprofil und der Würfel oder eigene Entscheidungen –  schließe ich mich der Drogengang an? gehe ich mit dem Mann mit, der mir einen Job in seiner Bar anbietet? – bestimmten den weiteren Lebensweg. Persönliche Schicksale nahmen in dem Spiel ihren Lauf und die Gruppenteilnehmer bekamen verschiedene Einblicke in die harte und oft grausame Realität eines Straßenkindes auf den Philippinen.

Informationen und Erfahrungen wurden weitergegeben, es wurde viel diskutiert und jeder nahm seine persönlichen Impressionen von dem so fernen Leben auf der Straße mit. barkadas präsentierte zum Abschluss das Bildungsprojekt „School on the Street- das rollende Klassenzimmer“ und entließ die begeisterten Workshopper mit einem fröhlichen Action-Song. Uns hat das „Projekt Kirchentag“ sehr viel Spaß gemacht, wir freuen uns über das große Interesse an unserer Arbeit und finden genau wie eine Teilnehmerin: „Der Workshop war eines der Highlights des Kirchentages!“